20 Minuten – Töchter erhalten Jobs – weil ihr Vater Direktor ist?

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Das Hilfswerk Caritas unter Leitung von Direktor Hugo Fasel beschäftigt rund 300 Mitarbeiter – darunter zwei Töchter des Direktors. Die eine arbeitet als Leiterin der Kleiderzentrale (100 Prozent) in Emmenbrücke, die andere am Empfang am Hauptsitz in Luzern (40 Prozent).

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Die beiden Anstellungen sorgten beim Caritas-Personalverband für Kritik, wie die «Weltwoche» berichtet. Der Verband bezeichnet den Entscheid, die Töchter des Direktors anzustellen, als «problematisch» und «schwierig». Auf Anfrage betont Caritas, dass der Direktor zu keinem Zeitpunkt im Bewerbungsprozess involviert gewesen und alles reglementskonform abgelaufen sei.

Mit Zewo-Siegel vereinbar

Die Beschäftigung von Familienmitgliedern bei einem Hilfswerk ist laut der Stiftung Zewo, die auch die Caritas zertifiziert, grundsätzlich nicht verboten. Die Zewo-Richtlinien schreiben aber vor, dass die mindestens fünf Mitglieder des obersten Leitungsorgans – wie etwa Stiftungsrat oder Vorstand – nicht miteinander verwandt sein dürfen. Zudem ist es nicht zulässig, wenn Mitglieder von Stiftungsrat oder Vorstand mit der Geschäftsleitung familiär verbunden sind.

«Bei den expliziten Regeln zu verwandtschaftlichen Verbindungen geht es vor allem um die Trennung des operativen Geschäfts von der strategischen Führung und Aufsicht», erklärt Zewo-Direktorin Martina Ziegerer. Somit werde verhindert, dass beispielsweise ein Vereinspräsident seinen Schwiegersohn zum Finanzchef mache.

25 Prozent finden dank Vitamin B einen Job

Doch nicht nur bei Hilfswerken können sich private Netzwerke als karrierefördernd erweisen. Laut einer EU-Studie wird ein Viertel der Jobs über persönliche Kontakte vermittelt. Beim Führungspersonal ist Vitamin B gar der wichtigste Karrierebeschleuniger.

Beispiele dafür gibt es auch aus der Privatwirtschaft: Im Verwaltungsrat der Credit Suisse sitzt etwa seit letztem Jahr Alexander Gut, der Sohn eines CS-Ehrenpräsidenten. Oder auch beim Staat: Beim Bundesamt für Strassen erhielten Tochter und Sohn eines Direktors Anstellungen.

Eine Straftat ist Vetternwirtschaft zwar nicht. Die Praxis wirft aber grundsätzliche Fragen auf. Der Personalverband der Caritas hielt denn auch fest: «Bei Caritas ist es noch zusätzlich heikel, weil ein hoher moralischer Massstab von innen und aussen angesetzt wird.»

Laut dem Unternehmensberater und Wirtschaftspsychologen Leopold Hüffer sind solche Entscheide problematisch, wenn dadurch etwa die Tochter eines Chefs den Job nur wegen der Verwandtschaft und nicht wegen der Qualifikationen erhalte. «Es ist nicht Aufgabe des Chefs, einem Verwandten eine Stelle zuzuschachern, der möglicherweise für den Posten gar nicht geeignet ist.»

«Eine delikate Angelegenheit»

Gerade bei Hilfswerken oder beim Bund, die sich durch Spenden- oder Steuergelder finanzierten, sei dies «eine delikate Angelegenheit», mit der man der bevorzugten Person sowie der Organisation nicht immer einen Gefallen tue, sagt Hüffer.

«Die Organisationen setzen sich einerseits unnötigerweise dem Vorwurf der Ungleichbehandlung aus – auch wenn die gewählte Person tatsächlich perfekt zur Stelle passt», sagt Hüffer. Andererseits werde die Arbeit der bevorzugten Person von den Arbeitskollegen nicht mehr objektiv beurteilt, sobald die Verwandtschaftsverhältnisse bekannt seien. «Die Person steht unter Heimatschutz, und kaum jemand wird es wagen, Kritik an ihrer Arbeit zu üben.»

Unabhängige Experten sollen Bewerbungen beurteilen

Unternehmensberater Hüffer rät jenen Chefs, deren Verwandte sich für eine Stelle bewerben, die Ausschreibung nicht mehr intern abzuwickeln. «Indem unabhängige Experten die Bewerbungen beurteilen, kann sich das Unternehmen vom Vorwurf der Vetternwirtschaft befreien», sagt Hüffer. Dann sei durch ein externes Assessment bewiesen, dass beispielsweise der Sohn des Chefs tatsächlich der beste Kandidat gewesen sei.

(pam)

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Das Hilfswerk Caritas unter Leitung von Direktor Hugo Fasel beschäftigt rund 300 Mitarbeiter – darunter zwei Töchter des Direktors. Die eine arbeitet als Leiterin der Kleiderzentrale (100 Prozent) in Emmenbrücke, die andere am Empfang am Hauptsitz in Luzern (40 Prozent).

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