20 Minuten – Bei diesen Lehrstellen gibts am meisten Cash

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Auch diesen Sommer starten wieder Tausende junger Menschen in der Schweiz eine Lehre. Anders als Kollegen, die weiterhin die Schulbank drücken, erhalten sie bereits einen Lohn. Wie viel Geld die Lehrlinge für ihre Arbeit bekommen, hängt stark davon ab, welchen Beruf sie erlernen.

Umfrage

Bekommen Lehrlinge genug Lohn?

20 Minuten hat Daten des Lehrstellenportals Yousty ausgewertet und herausgefunden, wer über die ganze Lehrzeit gemessen am meisten verdient. Berücksichtigt wurden 3- und 4-jährige Lehren mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Bei den Zahlen handelt es sich um Lohnempfehlungen der jeweiligen Branchenverbände.

Auf Platz 1 landet der Lehrberuf Grundbauer/in EFZ. Wer diese Lehre ausübt, erhält laut den Empfehlungen schon im ersten Jahr im Schnitt 930 Franken, im dritten Jahr gar 2168 Franken. Je nach Lehrbetrieb kann es (wie bei den anderen Lehrberufen) individuell natürlich mehr oder weniger sein. Über die gesamte dreijährige Lehrzeit betrachtet verdienen die Auszubildenden 1548 Franken pro Monat.

Als Grundbauer ist man dafür zuständig, den Baugrund für die Bauarbeiten vorzubereiten und abzusichern. Mit grossen Bohrmaschinen wird der Boden auf der Baustelle noch vor Beginn der Bauarbeiten sondiert, vermessen und abgesichert. Allzu viele Lehrstellen als Grundbauer gibt es jedoch nicht. Wer sich trotzdem für das Berufsfeld interessiert, für den könnten auch Berufe wie Strassenbauer, Gleisbauer oder Maurer spannend sein. Diese Lehrberufe gehören zu den gut bezahlten Lehrstellen: Sie belegen die Ränge 11 bis 13 auf der Rangliste mit einem Lohn von etwas mehr als 1200 Franken.

http://www.20min.ch/videoplayer/videoplayer.html?params=client@twentyDE|videoId@536037

Auf Platz 2 kommen die Winzer. Hier verdient man im Schnitt 1388 Franken pro Monat. In der dreijährigen Lehre lernt man, wie man die Reben auf dem Weinberg kultiviert und erntet, wie man aus den Trauben den besten Wein gewinnt und wie man das fertige Produkt auf den Markt bringt und dort gut positioniert.

Platz 3 landet die Lehre für den Geflügelfachmann. Ein solcher kümmert sich auf dem Bauernhof, in Brütereien oder auf Geflügelfarmen um die Aufzucht der Hühner. Er betreut und füttert die Tiere und organisiert die Eier- und Geflügelfleischproduktion, wartet die Geräte und mistet die Ställe aus.

Auffällig: Die höchsten Durchschnittslöhne werden in dreijährigen Lehren bezahlt. Dies dürfte daran liegen, dass in vierjährigen Ausbildungen die Anfangslöhne tiefer liegen. Doch wie viel verdient man in verbreiteteren Lehrberufen wie KV oder Informatik oder als lernender Coiffeur, Koch oder Polymechaniker?

Bei den verbreiteten Lehrberufen schneiden die Köche am besten ab, sie verdienen in der Lehre im Schnitt 1290 Franken pro Monat. Als KV-Lehrling gibt es durchschnittlich 1077 Franken, als Informatiker 931 Franken, als Polymech 881 Franken und als Grafiker 825 Franken Lohn pro Monat, immer über die gesamte Dauer der Lehre gerechnet.

Die Schlusslichter der Liste bilden Berufe wie Kosmetikerin, Coiffeur, Bekleidungsgestalter oder Keramiker. Hier gibts pro Monat nur etwa ein Drittel dessen, was ein Grundbauer verdient. Die vollständige Liste aller Lehrberufe mit Lohnempfehlungen findest du auf der Seite von Yousty.

Doch warum verdienen die einen Lehrlinge dreimal mehr als die anderen? Yousty-Geschäftsführer Urs Casty macht dafür zwei Faktoren verantwortlich: «Einerseits ist entscheidend, wie gross die Wertschöpfung aus​ ​der ​​Arbeit​ ​des Lehrlings​ ​ist.»

Ein Coiffeurlehrling könne beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl Kunden pro Tag bedienen und bringe daher nicht so viel Geld ein. In Branchen wie der Landwirtschaft und dem Baugewerbe könne der Lehrling hingegen schon früh viele Arbeiten erledigen und so zur Wertschöpfung im Betrieb beitragen, entsprechend werde man auch besser entlöhnt.

«Entscheidend ist die Weiterbildung nach der Lehre»

«Andererseits sind aber auch das Angebot und die Nachfrage wichtige Faktoren. Hat ein Betrieb Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu besetzen, bietet man einen attraktiveren Lohn an», sagt Casty. So seien beispielsweise Kochlehrlinge relativ gut bezahlt, weil man Schwierigkeiten habe, genug begabte Jugendliche für den Beruf zu begeistern.

Ausserdem solle man auch darauf achten, wie viel Geld es nach der Lehre gebe, so Casty: «Das Klischee, dass man nach einer KV-Lehre mehr verdient als jemand, der auf dem Bau arbeitet, stimmt so nicht. Entscheidend ist auch hier die Weiterbildung nach dem Lehrabschluss. Ob Strassenbauer oder KV-Lehrling: Wer sich nicht weiterbildet, tritt lohnmässig bald auf der Stelle.»

Was lernst du und wie viel verdienst du dabei? Bist du damit zufrieden? Erzähl uns deine Geschichte:

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